BASEL farbARTig verstriggt

Fast 200 Strickaktivisten erobern mit Urban Knitting den Rhein. ‚Basel farbARTig verstriggt‘ packt die vier Basler Fähren und Stege in gestrickte Bilder ein. Von der poetischen Wasserlandschaft zu einem tropischen Sehnsuchtsort über schwarz-weiße Stäbe zu farbigem Regenbogen - die Fantasie der Strickkünstlerinnen kennt keine Grenzen.
Dieses Projekt war für die Initiantin Katherina Stalder eine logistische Herausforderung. Einerseits war der Aufwand für Material und Ergebnis sehr groß, aber auch die Organisation der strickenden Beteiligten erforderte eine genaue Planung. Die Fähren, die Stege und die Handläufe mussten ausgemessen und die Strickerinnen den Fähren zugeteilt werden. Katherina Stalder und Helen Halbeisen, Miriam Schaffner und Jeannette Hengartner, Madeleine Hunziker, Ute Lennartz-Lembeck und Pirkko Nidecker entwickelten eigene Sujets und mussten ihre Strickgruppe dementsprechend instruieren.
Neben dem Stricken zuhause und der Kommunikation via Facebook und Blog war es ganz wichtig, dass die Fäden einmal in der Woche zusammenlaufen konnten. Mit ‚WohlWollen’ wird die Aktion von ‚Manor‘ unterstützt, so dass auch die wöchentlichen Stricktreffen im ‚Manor‘-Restaurant stattfinden konnten.
Aus dem Kennenlernen verschiedenster Personen entstanden schöne Verbindungen und Freundschaften. Die gegenseitige Anerkennung und der Austausch von Fachwissen und Ideen empfanden alle als sehr anregend,
„Urban Knitting‘ kann, meiner Meinung nach, zu sozialer Plastik werden. Gegenseitige Wertschätzung und achtsamer Umgang sind Voraussetzung. Durch das gemeinsame ‚Tun‘ entsteht Verbundenheit auf vielen Ebenen“, meint Ute Lennartz-Lembeck, Künstlerin aus Remscheid (D). Sie entwarf ein Regenbogen-Farbkonzept mit Wünschen für die
Münsterfähre ‚Leu‘, zusammen mit Pirkko Nidecker.
„Wünsche haben alle Menschen, sie sind Ausdruck des persönlichen Empfindens. Ich sammle sie, fertige sie an, stelle sie quasi als ‚Medium‘ her. Symbolisch bringt die Fähre dann die Wünsche von einem Ufer zum anderen‘, erzählt Ute Lennartz-Lembeck über ihre Arbeit. ‚Tradition und kulturelle Entwicklung werden in einen Kontext gesetzt, Persönliches mit gesamtgesellschaftlichem, Haptisches mit Visuellem, mediale Vernetzung mit persönlichem Erleben.“ Letztlich gehe es um ein ‚menschliches‘ Gewebe, meint sie.

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Die St. Alban Fähre „Wilde Maa“


von Katherina Stalder und Helen Halbeisen hat sich Basel zum Thema gemacht, ganz in schwarz-weiß.
Hunderte von Quadraten mit und ohne Muster, aus den verschiedensten Materialien werden die Fähri zum Baseler Wahrzeichen machen.

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Die Klingentalfähre „Vogel Gryff“


von Miriam Schaffner wird wie ein fliegender Teppich von Ufer zu Ufer schwebe. Und dort beginnt das Märchenhafte: Meerjungfrauen, Seesterne, seltene Fische bevölkern die Fährenstege und laden die Gäste zu einem poetischen Erlebnis ein.

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Die St. Johannfähre „Ueli“


von Madeleine Hunziker wird den Rhein, den Wasserweg zum Meer, der Zoologische - und der Botanische Garten, das Tropeninstitut, die Basler Mission und ganz Basel, mit fernen, tropischen Sehnsuchtsorten verknüpfen.

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Text: Theres Wernli

Die Installation wird vom 8. bis 27. Juni 2013 zu sehen sein.