Das Gewebe
Der Lauf der Dinge ist eine Sache des Faltens, eine Verbindung mit diesem und jenem Innen und Außen, von einer Linie zur anderen springend, durch Bruch die Fluchtlinie verlagernd, ausdehnend, verändernd bis in alle Richtungen zugleich.
Vom Subjekt zum Objekt mit offenen Karten. Das heisst: eine Karte auslegen. Sie kann in all ihren Dimensionen verbunden und entbunden werden und umgekehrt wie eine Montage.
Das Spiel nähert sich dem bloßen Weben, wie es die Mythen den Parzen und Nornen zuschreiben, jenen Schicksalsgöttinnen, die das Weben und Flechten nicht als ihr Schicksal begriffen, sondern als Gabe.
Vervielfältigung und Multiplikation, die Falte – wie Deleuze sie aufgeworfen hat – als Methode der Konnexion und Heterogenoität: Unterschiedliches, die verschiedenen Arten schließen sich weder aus noch ein, sie können gefiltet werden zu einer Verknüpfung. Sie können als Faden aufgenommen werden für einen Stich oder eine Stickerei, und Theorie und Praxis untrennbar miteinander verbinden.
(...)
Kreation bedeutet, von dem auszugehen, was da ist, und mit dem zu arbeiten, was sich verändern lässt.
Der Text, das Bild entsteht mit dem Betrachtenden. Das Betrachten selbst wird zu einer Form des Herstellens, denn die Betrachterinnen und Betrachter werden sich auf ihre eigene Weise gegenüber der Darstellung verhalten, sie durch ihre Intensität erst hervorbringen.
Der Ort der Bilder ist das Subjekt. 1



1http://www.marionstrunk.ch/medien/STRUNK.RV.HGKZ.pdf, Marion Strunk , Faden.Foto.Faden.Foto , Zugriff am 14.12.2012